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Italienische Brotarten

Italien hat eine lange und vielfältige Geschichte rund um das Brot und viele italienische Brotarten. Manche von ihnen haben eine Historie, die sich bis hin zu den alten Römern nachweisen lässt. Auch, wenn man Gebäcke aus Italien heute vor allem mit der Pizza, Pizzabroten oder dem Ciabatta verbindet, gibt es auch dort eine breite Auswahl an unterschiedlichsten Sorten für verschiedene Anlässe. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass eine Mahlzeit ohne Brot in Italien vollkommen undenkbar ist.

Italienische Brotarten

Italienische Brotarten @iStockphoto/Juanmonino

Italienische Brotarten – Die vielleicht längste Brottradition der Welt

Der Begriff der „Brot und Spiele“ aus der Zeit der Römer kommt nicht von ungefähr. Brot war schon damals die wichtigste Basis für die Ernährung der meisten Menschen und besonders in den großen Städten waren die Bäcker essentiell für die Versorgung der antiken Metropolen. Gleichzeitig war Brot nicht gerade ein günstiges Lebensmittel und nicht selten mussten die Bewohner auf minderwertige Mehle zurückgreifen, um sich ihre Nahrungsmittel leisten zu können. Wenn nun die Spiele ausgerufen wurden, ging das in der Regel auch mit kostenloser Versorgung mit Brot einher. Dann wurde auch mal das gute Mehl ausgepackt.

Die Frage nach dem richtigen Mehl ist natürlich auch bei der Suche nach den typischen italienischen Brotarten wichtig. Vermutlich verbinden die meisten Menschen vor allem das Ciabatta, das leicht knusprige und luftige Weißbrot, das man hervorragend in Olivenöl und Saucen tunken kann, hauptsächlich mit Italien. Tatsächlich bevorzugen die Italiener die meisten ihrer Brote recht hell und verwenden dafür hauptsächlich Weizen- und Roggenmehl. Gerade in den Küstenregionen und im Süden, rund um Neapel und Sizilien, können Schwarzbrote aber durchaus gefunden werden. Sie werden vor allem aufgrund ihrer hohen Haltbarkeit geschätzt und sind beispielsweise echte Klassiker bei den Fischern.

Zu welchen Gelegenheiten werden italienische Brotarten gegessen?

Generell wird man zu allen Mahlzeiten in Italien italienische Brotarten auf dem Tisch finden. Während es zum Frühstück beispielsweise gerne mal mit Olivenöl oder süßen Aufstrichen gegessen wird, dient es bei den Hauptspeisen als zusätzliche Sättigungsbeilage. Dabei wird in der Regel vor allem auf Brote gesetzt, die wenig Eigengeschmack haben und sich dabei perfekt mit den mitunter sehr saucenlastigen Speisen verbinden lassen. Auch der Klassiker, in dem das Öl einfach nur zur Vorspeise in ein gutes Olivenöl getaucht wird und beispielsweise mit Parmesan oder Prosciutto gegessen wird, ist in den meisten Teilen von Italien verbreitet.

Gerade in den letzten Jahren hat sich in Italien allerdings darüber hinaus eine Kultur für Sandwiches und Streetfood entwickelt. Das hat vor allem mit Einflüssen aus anderen Ländern zu tun – besonders die Italo-Amerikaner haben hier natürlich für einen Trend gesorgt – aber die Italiener wussten schnell eine Antwort. Die Tramezzini gehören zu den populärsten Sandwichsorten auf der gesamten Welt und bringen die hochklassigen Beläge in der Regel sehr gut zur Geltung. Auch das Panini, das am ehesten dem typisch deutschen Brötchen nahe kommt, muss hier natürlich erwähnt werden.

Die beliebtesten italienischen Brotsorten: Das Ciabatta

Man kann nicht über italienisches Brot reden, ohne direkt den Blick zum Ciabatta wandern zu lassen. Was das Krustenbrot für Deutschland ist, das Baguette für Frankreich oder der Toast für die Briten, ist definitiv das Ciabatta für die Italiener – es ist das Nationalbrot, das man in jeder Bäckerei finden kann und das einfach auf jedem Tisch zu finden ist. Dabei ist es eigentlich noch gar nicht so alt. Es soll erst 1982 wirklich erfunden worden sein und hat sich seitdem zum Aushängeschild der italienischen Brotkultur entwickelt. Neben dem Weizenmehl spielen hier vor allem Olivenöl, Salz und Hefe eine wichtige Rolle – und manchmal auch noch ein gut angesetzter Sauerteig. Die Variationen sind inzwischen vielfältig und auch in deutschen Supermärkten finden sich zum Beispiel Variationen mit Nüssen oder Oliven, die noch mehr Geschmack in dieses Brot bringen können. Ciabatta ist und bleibt aber der absolute Klassiker unter den italienischen Broten.

Ciabatta

Ciabatta @iStockphoto/janeff

Italienische Brotarten – Grissini

Es gibt ganz unterschiedliche Interpretationen der Grissini. Die italienischen Brotstangen sind in den meisten deutschen Supermärkten beispielsweise eher als Snacks bei den Chips zu finden und seltener in Brotregal. Gleichzeitig hat sich in den USA die Brotstange beim Italiener zu einem wichtigen Faktor entwickelt, ob man das Restaurant gut oder schlecht findet – die US-Kette Olive Garden hat mit ihren Brotstangen beispielsweise einen echten Klassiker geschaffen, der bis heute ein wichtiger Grund für viele Menschen ist, die Restaurants der Kette überhaupt zu besuchen. Dabei ist es für die Italiener selbst vor allem die lange Historie, die mit dem Produkt verbunden ist.

Grissini

Grissini @iStockphoto/enisy

Angeblich sind die Grissini in der heutigen Form bereits im 14. Jahrhundert entstanden, sicher belegt sind sie aber erst für das späte 17. Jahrhundert. Es gibt sie in knuspriger Form aber auch in weichen Ausführungen und oftmals nutzen die Bäcker verschiedene Gewürze und Aromen, um sich ein wenig von dem einfachen Teig abzuheben. Aber auch der Klassiker ist bis heute in vielen Restaurants verfügbar und ist ein begehrter Begleiter für die vielen Speisen, die die italienische Küche zu bieten hat.

Panini – tolle Brötchen und ausgefallene Sandwiches

Die Panini gehören ebenso zu den eher neueren Erfindungen der italienischen Bäcker und orientieren sich dabei natürlich an den verschiedenen Formen von Brötchen, die besonders in anderen Teilen der Welt sehr beliebt sind. Panini ist dabei allerdings die Mehrzahl und eigentlich ist das einzelne Brötchen das Panino – auch wenn eigentlich jeder dazu neigt, diesen feinen Umstand zu übersehen. Besonders außerhalb von Italien sind die flachgedrückten Sandwiches eine echte Delikatesse und werden nicht selten mit typisch italienischen Belägen wie Schinken, Mozzarella, Burrata oder anderen Spezialitäten verwendet. Aber auch in den meisten Teilen von Italien lassen sich die belegten Brötchen heute in den meisten Läden finden und bieten einen tollen Snack für Zwischendurch oder ein Mittagessen, wenn man es gerade ein bisschen eilig hat.

Panini

Panini @iStockphoto/Robyn Mackenzie

Bruschetta – herrliche Vorspeise mit breiter Vielfalt

Das Bruschetta dürfte eigentlich den meisten Deutschen aus jedem guten italienischen Restaurant bekannt sein. Die geröstete und belegte Weißbrotscheibe, die man in der Regel mit einem Mix aus Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Rucola bekommt, ist eine italienische Spezialität der Extraklasse und bietet viele Möglichkeiten für die Individualisierung. In den südlichen Teilen von Italien wird hier auch nicht nur auf ein reines Weißbrot gesetzt – dunklere Brote sind gefragt, was in der italienischen Küche eher eine Seltenheit ist. Auch die unterschiedlichen Beläge können, je nach Region, wechseln und dafür sorgen, dass man beim Bruschetta immer wieder ein vollkommen neues Erlebnis hat. Das sind nur einige Gründe dafür, warum diese Speise bis heute so eng mit Italien verbunden ist.

Bruschetta

Bruschetta @iStockphoto/Lauri Patterson

Tramezzini – das ursprüngliche italienische Sandwich

Während die Panini in den letzten Jahren international einen kleinen Siegeszug angetreten haben, geriet das Tramezzini beinahe ein bisschen in Vergessenheit. Dabei handelt es sich hierbei eigentlich um das Original unter den italienischen Sandwiches. Von Weißbrotscheiben wird der Rand abgeschnitten und anschließend geht es um die Frage, was wohl der beste Belag wäre. Variationen gibt es beim Tramezzini in unzähligen Formen und daher ist es kein Wunder, dass auch hier jede Region von Italien ihren ganz eigenen Ansatz für das Sandwich hat. Gerade in Bahnhöfen und Bäckereien findet sich daher oftmals eine gute Auswahl für jeden Geschmack. Ob man das Tramezzini aber getoastet oder ungetoastet bekommt, kann von Restaurant zu Restaurant und Bäckerei zu Bäckerei abhängen.

Thunfisch Tramezzini

Thunfisch Tramezzini @iStockphoto/hlphoto

Focaccia – Italiens Version vom Fladenbrot

Das Fladenbrot hat im südeuropäischen Raum die unterschiedlichsten Formen und Farben, wird ganz verschieden hergestellt und ist doch eigentlich in jedem Land zu finden. In Italien ist das Focaccia und hat mit diesem Namen auch in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit und Bekanntheit gewonnen. Während das Focaccia in Deutschland inzwischen vor allem als TK-Ware und Alternative zur Pizza angeboten wird, ist es in Italien in den unterschiedlichsten Varianten in den Bäckereien zu finden. Auch hier spielen natürlich vor allem die Toppings eine Rolle. Oliven, Olivenöl, frische Tomaten, getrocknete Tomaten – es ist vor allem die Vielfalt, die es so beliebt macht und dass man den Snack kalt und warm bekommen kann.

Focaccia Brot

Focaccia Brot ©iStockphoto/Proformabooks

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