Geschichte des Olivenöls

Oliven wurden nachweislich schon vor über 10.000 Jahren durch die Menschen der Jungsteinzeit im Gebiet des heutigen Anatoliens gesammelt (und vermutlich gebraten verzehrt, denn roh sind Oliven ungenießbar bitter). Die Kultivierung des Olivenbaums erfolgte dann irgendwann zwischen 6000 und 4000 v. Chr. in Mesopotamien (im heutigen Irak) und im östlichen Mittelmeerraum. Die ältesten Funde von Ölamphoren stammen etwa aus der frühminoischen Zeit (ca. 3500 v.Chr.) von der Insel Kreta. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist die Produktion von Olivenöl also belegt.


Durch die anfangs geringe Produktionsmenge war Olivenöl sehr wertvoll - Homer bezeichnete es als "flüssiges Gold" - und wurde neben der Verwendung als Speise- und Würzöl vornehmlich in zeremoniellen Riten und zur Salbung benutzt. Mit der Verbreitung des Olivenbaums im östlichen Mittelmeerraum erstarkte auch der Handel mit Olivenöl, was Ölamphorenfunde in Schiffswracks belegen.

Mit den griechischen Kolonien, die im westlichen Mittelmeerraum gegründet wurden, kam der Olivenbaum schließlich auch auf die italienische Halbinsel und wurde schnell bei den dort siedelnden Etruskern und nachfolgend den Römern zum "Olio santo" - dem heiligen Öl. Betrachtet man sich die Bedeutung als Nahrungs-, Würz- und Heilmittel, als Grundlage für Tinkturen und Salben, als Lampenöl und als Haut- und Haarpflegemittel, so ist die Bezeichnung "heilig" sicherlich nicht übertrieben. Während der Zeitenwende wurde Olivenöl auch für jedermann in guter Qualität erschwinglich, da die Anbauflächen durch den römischen Einfluss überall ausgebaut wurden.

"Olio santo" bezeichnet heutzutage übrigens ein hervorragendes Würzöl aus 250ml Olivenöl, 20 Blättern frischen Basilikums und 5 roten Pepperonis. Nach 14 Tagen Ruhezeit erhält man daraus die ideale Zutat zu einem Teller kräftiger Brühe, einer Minestrone oder einem Teller frischer Pasta.

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