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Grappa Entstehung

Auch wenn die Anfänge des Grappas im Dunkel der Geschichte liegen, lässt sich ohne Übertreibung sagen, dass sie bis ins hohe Mittelalter zurückreichen. Zu dieser Zeit experimentierten italienische Wissenschaftler mit der Destillation, dem Verfahren, das notwendig ist, um aus Traubenschalen Grappa herzustellen. Die ersten Erwähnungen des Grappas finden sich in Urkunden und Briefen aus dem 15. Jahrhundert.


Die Geschichte des Grappas ist eng mit dem Weinanbau verknüpft. Aus den Schalen der gepressten Trauben, die bei der Weinherstellung übrig bleiben, wird der Grappa gebrannt. Grappa benötigt also zwei Voraussetzungen: Weinbau und Destillation. Der Weinbau in Italien hat eine lange Tradition, die sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Die Römer schätzten den Wein sehr und kultivierten ihn überall in Italien. Die Destillation wurde in Italien seit dem 12. Jahrhundert in der Nähe von Neapel von Ärzten der Hochschule von Salerno betrieben. Anders als heute verstanden sie Destillate nicht als Genussmittel, sondern als Medizin. Mit Kräuteressenzen angereicherte Destillate waren damals neuartige Heilmittel zur Behandlung von Krankheiten. Im Zuge dieser Forschungen destillierte der Medizinprofessor und Arzt Arnoldus Villanovanus zum ersten Mal nachweislich Wein.

Grappa

Grappa ©iStockphoto/Photology1971

Von diesem frühen Branntwein bis zum Grappa von heute war es ein weiter Weg. Der Grappa blieb bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts im Wesentlichen ein Schnaps der armen Leute auf dem Land. Das lag an der Weinherstellung, die sich früher in den Händen der Grundbesitzer befand. Die Bauern mussten den Wein abliefern, die Traubenschalen, die bei der Pressung übrig blieben, den so genannten Trester, durften sie behalten. Aus dem Trester brannten die Bauern unter sehr einfachen technischen Bedingungen ihren Grappa. Dieser Grappa hatte wenig gemeinsam mit dem Grappa, wie man ihn heute kennt. Er war ein kräftiger Bauernschnaps ohne feine Aromafülle.

Erst der technische Fortschritt im 20. Jahrhundert führte zu neuen Brennverfahren, die es ermöglichten, feine Essenzen zu destillieren. Das verbesserte die Qualität des Grappas erheblich. Eine weitere Verbesserung erfolgte, als die italienischen Winzer sich nach etlichen Weinskandalen entschlossen, auf Qualität zu setzten und hochwertigere Traubensorten anbauten. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, unter denen sich der Grappa zu einer edlen Spirituose entwickeln konnte.

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