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Grappa Verwendung

Grappa trinken ist ein Fest für die Sinne. Nicht nur für die Zunge sondern auch für Augen und Nase bietet ein guter Grappa ein besonderes Genusserlebnis. Wenn der Grappa eingeschenkt wird, gibt seine Farbe erste Hinweise über die Art der Lagerung. Ist der Grappa glasklar, dann wurde er in Glasballons oder einem Edelstahlbehälter gelagert. Zeigt er eine gelbliche oder goldene Färbung, lässt das auf Fasslagerung schließen. Bei der Fasslagerung werden unterschiedliche Holzarten verwendet, die dem Grappa ihre eigene Note verleihen. Eiche, Kirsche, Kastanie, Esche, Pflaume oder Maulbeere sind übliche Fassarten. Je dunkler die Farbe, umso länger hat der Grappa in der Regel im Fass gelegen. Der Geruchssinn spielt bei der Bewertung eines Grappas ein herausragende Rolle – und das nicht nur für die professionellen Verkoster und Grappakritiker.


Die Nase nimmt sehr viel mehr und deutlich feinere Nuancen wahr als es die Zunge vermag. Daher verbringt der Grappagenießer, bevor er den ersten Schluck nimmt, viel Zeit mit dem Entdecken der Aromen. Die große Bandbreite der Grappasorten hält eine ebenso große Auswahl an Aromen bereit: Früchte, Gewürze, Blüten, Leder, Kräuter sind in den unterschiedlichsten Schattierungen zu finden. Zur Entfaltung der Aromen ist es erforderlich, dass der Grappa nicht zu kühl getrunken wird. Die Kühlung einer Spirituose verhindert die Entfaltung von Aroma und Geschmack. Die Form des Glases beeinflusst die Wahrnehmung ebenfalls. Ein richtiges Grappaglas hat eine Tulpenform, die sich nach oben verjüngt und nach unten verbreitert. Dadurch verbleiben die Duftstoffe stärker konzentriert und auch länger im Glas.

Grappa

Grappa ©iStockphoto/haveseen

Die Teilnahme an einer Grappaverkostung ist eine gute Gelegenheit, um die Feinheiten des Grappas kennen zu lernen. Gerade am Anfang unterschätzt man häufig die enormen Geschmacksunterschiede, die es zwischen Grappas gibt. Ein Grappa kann mild oder kräftig, herb oder fruchtig und sogar leicht süßlich riechen und schmecken. Für Liebhaber des Grappas bedeutet das: es gibt nicht den einen Grappa, sondern viele Grappas für unterschiedliche Gelegenheiten.

Ein Grappa wird vor allem als Digestif nach dem Essen serviert. Seine wohltuende Wirkung fördert die Verdauung. Ein Grappa kann aber ebenfalls ein Menü eröffnen. Außerdem kombinieren die Italiener den Grappa auch gern mit Kaffee. Entweder wird der Grappa zu einem Kaffee serviert oder ein Schuss Grappa kommt in den Espresso oder in den Kaffee. Auch in der italienischen Küche ist der Grappa in zahlreichen Rezepten ein Mittel, um Gerichte auf besondere Art abzuschmecken. Grappa verfeinert Bratensoßen und Fleischgerichte, über Fisch, Pizza oder Bruschetta geträufelt sorgt er für ausgefallene Geschmacksnoten. Lokale Käsespezialitäten werden während ihrer Reifung mit Grappa abgebürstet. Auch Torten und Eiscreme lassen sich mit Grappa aromatisieren.

Ein besonderer Genuss ist es, Grappa und Wein zu vergleichen, die aus derselben Rebsorte hergestellt sind. Jede Region in Italien hat typische Rebsorten und Spitzenweine, zu denen es meist auch dazugehörige Grappas gibt. Ein solcher Vergleich während eines mehrgängigen Menüs kann ein besonderes Glanzlicht sein.

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