Herstellung des Olivenöls
Die Olivenhaine sind meistens uraltes Kulturland, das in familiärem Besitz ist. Die auf den kleinen Hügelkuppen häufig noch zu findenden römischen Wachtürme und Windmühlen wurden und werden teilweise noch heute als Werkzeugschuppen oder eben auch als Ölmühlen benutzt. Wenn Ende November die Temperaturen schon sehr gefallen sind, finden sich die Erntearbeiter bzw. Familienmitglieder traditionell in diesen Hütten ein, wärmen sich an einem mehr oder weniger offenen Feuer und pressen das erste Öl mittels einfachen, teils antiken Steinpressen aus den geernteten Oliven. Aus dieser Situation entstammt übrigens das Bruschetta - eine einfache Scheibe Brot, die am Feuer geröstet, dann mit Knoblauch eingerieben und dann mit dem noch frischen, leicht angewärmten Öl getränkt wurde. Zusammen mit "Olive fritte", frischen, nur für 10 Minuten gebratenen schwarzen Oliven, die mit Salz und Pfeffer gewürzt werden und dem noch jungen Wein, der einige Monate vorher geerntet wurde, ist das eine einfache, aber unglaublich schmackhafte und vor allem ursprüngliche Mahlzeit.
Das traditionelle Verfahren sieht eine Zerkleinerung der Oliven in eine breiige Masse vor, die dann mit schweren Steinplatten beschwert und ohne Erhitzung oder Zusatz von Chemikalien ausgepresst wird. Das mit diesem Verfahren entstandene "native Olivenöl extra" entspricht der höchsten Qualitätsstufe. Da die Beteiligten auch in den allermeisten Fällen sehr viel von ihren Oliven und dem Olivenöl verstehen, darf man sich dann auch einer guten Qualität sicher sein.
Natürlich wird, schon allein um den enormen und immer weiter steigenden Bedarf an Olivenöl zu stillen, mittlerweile nicht mehr nur in Kleinbetrieben oder im familiären Rahmen angebaut und geerntet. Die EU zahlt enorme Subventionen für Olivenhaine aus. Nicht zuletzt deswegen steigen die Anbauflächen der Großbetriebe. Die maschinell geernteten, gepressten oder zentrifugierten und verarbeiteten Öle sind nun zwar preiswerter herzustellen, aber meistens entsprechen sie in etwa genau dem, was man dafür bezahlt.
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