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Die italienische Küche

Leise trällert Placido Domingo „Nessun dorma“ von Puccini im Hintergrund, der Tisch ist wunderschön angerichtet mit Kerzen, dem guten Geschirr und ein paar Weingläsern. Und ein herrlicher Duft macht sich breit im Zimmer. Die Musik, das gedämpfte Licht – es ist fast so wie in dieser Pizzawerbung aus dem Fernsehen. Ein kleinwenig Urlaubsstimmung kommt auf.




Wer Italien liebt, liebt auch die italienische Küche. Aber was ist das besondere an der italienischen Küche? Warum werden den Italienern – gleich den Franzosen – kulinarische Hochgenüsse nachgesagt?

Beim Essen geht es den Italienern nicht nur ums Sattwerden, vielmehr ist Essen für sie ein kommunikatives Erlebnis – ein Ausdruck von Lebensfreude. Die entspannte Lebensweise ist sicher ein Grund dafür, dass die Bewohner der Mittelmeerregion nicht so häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden wie wir. Die mediterrane Küche ist traditionell leicht, bekömmlich und abwechslungsreich.

Italienisches Essen

Italienisches Essen ©iStockphoto/udra

Ein wichtiger Teil ist die Verwendung von frischen Kräutern. Je frischer, umso besser, egal ob Basilikum, Oregano oder Majoran – um nur ein paar zu nennen. Hochwertiges, kalt gepresstes Olivenöl ist ebenso ein grundlegender Bestandteil der italienischen Küche, und wir wissen alle, dass es reich an ungesättigten Fettsäuren ist. Die Verwendung von frischem Obst und Gemüse ist wohl ebenso ein Merkmal der italienischen Küche, und ein Grund warum sie uns nicht nur gut bekommt, sondern auch außerordentlich gut schmeckt. Die meisten Gerichte sind im Prinzip sehr einfach herzustellen – und finden deshalb besonderen Anklang in der Küche gestresster Mütter.

Ein italienisches Menü beginnt in der Regel mit Antipasti – die italienische Vorspeise. Dafür eignen sich fast alle Gemüsesorten wie Paprika, Tomaten, Zucchini, Pilze oder Bohnen, welche in Öl mit Gewürzen eingelegt oder einfach in Öl gebraten werden. Dann kalt servieren. Kleine Häppchen und leckere Snacks eignen sich ebenso als Antipasti. Ein Vorschlag wäre hierfür Bruschetta mit Tomate: Dafür wird zunächst Ciabatta in Scheiben geschnitten und im Toast oder auf dem Grill hellbraun geröstet. Inzwischen überbrüht man Fleischtomaten mit kochendem Wasser, zieht die Schale ab und befreit sie von den Kernen. Das Fruchtfleisch wird fein gewürfelt. Nun schneidet man Lauchzwiebeln in feine Ringe und mischt diese unter die Tomatenwürfel. Mit Oregano, frischen Basilikum, Pfeffer und Salz würzen. Die warmen Ciabattascheiben werden mit einer halbierten Knoblauchzehe abgerieben und mit etwas Olivenöl bestrichen. Die Tomatenmischung dünn auf die Ciabattascheiben streichen und möglichst warm servieren.

Danach geht es ganz entspannt an den Hauptgang, sei es nun eine Pizza, Pasta oder frischer Fisch. Hier ein Beispiel für ein Hauptgericht für vier Personen: 250 g Garnelenschwänze, 2 Schalotten, 2 EL Olivenöl, 4 Knoblauchzehen, 3 kleine Zucchini, 2 rote Chilischoten, Basilikum, 2 EL Brandy oder Cognac, 100 g Sahne, Salz, Pfeffer, 400 g feine Bandnudeln. Die Garnelen gibt man in eine Schüssel und überbrüht sie mit kochendem Wasser, nach einer Minute abgießen und mit kaltem Wasser abspülen. Schalotten fein würfeln und in Öl andünsten, fein gehackten Knoblauch zufügen. Die Zucchini längs in kurze, dünne Stifte schneiden. Kurz mitdünsten. Chilis fein würfeln und hineinstreuen, Basilikum schneiden und mitköcheln lassen. Die Garnelen noch hinzufügen, zwei Minuten dünsten, salzen und pfeffern. Mit Cognac aufgießen, sofort anzünden und abbrennen lassen. Die Sahne dazugeben und kräftig aufkochen lassen. Schließlich mit etwas Nudelwasser zur gewünschten Konsistenz bringen. Die tropfnasse Pasta untermischen, auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit Basilikum garnieren.

Ob Pasta mit Sauce, Pizza lecker belegt oder als Calzone, Risotto mit Meeresfrüchten oder Pilzen – es ist für jeden Geschmack etwas dabei – von einfach bis teuer und extravagant. Die Italiener sind Genießer, und das merkt man an ihrer Küche. Der wichtigste Eiweißlieferant in der Mittelmeerregion ist übrigens Fisch. Auch hier gilt „je frischer, umso besser“.

Und was passt besser zu Pasta & Co als ein Gläschen Rotwein? In Maßen genossen ist er Medizin und wirkt sich äußerst positiv auf Herz und Kreislauf aus. Grund dafür sind die darin enthaltenen Polyphenole, welche das LDL-Cholesterin unschädlich machen, durchblutungsfördernd wirken – und sogar die Entstehung von Tumoren hemmen können.

So, nun haben wir den Hauptgang hinter uns, wir kommen zum Dessert – Paradebeispiel: Das Tiramisu. Von all den italienischen Süßspeisen ist mir diese mit Abstand die Liebste, und ganz leicht herzustellen. Die Zubereitungsart ist sehr unterschiedlich und hat zumeist mit dem Original nicht mehr viel zu tun. Um einer Salmonellenvergiftung vorzubeugen, bevorzuge ich das Beimengen von Eierlikör anstatt von rohen Eiern. Dafür erspare ich mir jede weitere Zugabe von Alkohol, und es schmeckt meines Erachtens genauso gut. Das Original jedoch stellt man so her: Für die Zabaione – eine Weinschaumcreme – 2 Eigelb, 4 EL Zucker, 4 EL Marsala – das ist ein sizilianischer Wein – in eine Schlagschüssel geben und im heißen Wasserbad steif schlagen. 200 g Mascarpone mit 3 Eigelb, 2 EL Zucker, Vanillemark und 2 EL Marsala gut verrühren. Die Zabaione unterheben. Zehn Löffelbiskuits mit Espresso tränken, in eine Form legen, die Creme darüber geben und dick mit Kakao bepudern. Im Kühlschrank ein paar Stunden ruhen lassen.

Abschließend kann ich die italienische Küche nur empfehlen. Sie ist abwechslungsreich, enthält viele Vitamine, und macht richtig gute Laune. Die meisten Zutaten bekommt man heutzutage in jedem Supermarkt und somit sind sie für jedermann leicht erhältlich. Dazu noch das richtige Ambiente gezaubert, ob nun zu zweit, oder mit Freunden, die einem dann beim netten Plausch kochen helfen – und das bloße Kochen zur Nahrungsaufnahme wird zum genussvollen Erlebnis. In diesem Sinne: Buon appetito!